Was ist der Sollzins?
Der **Sollzins** (früher: Nominalzins) ist der Prozentsatz, mit dem die Bank die ausgezahlte Darlehenssumme verzinst. Er wird in der Regel als **gebundener Sollzins** für die Dauer der Zinsbindung angegeben und bleibt in dieser Periode konstant. **Merkmale des Sollzinses:** - **Reine Verzinsung:** Der Sollzins berücksichtigt ausschließlich die Zinskosten für das geliehene Kapital – keine Nebenkosten. - **Basis für Zinsanteil der Rate:** Die monatliche Annuität setzt sich aus Tilgung und Zinsanteil zusammen; letzterer wird mit dem Sollzins berechnet. - **Nicht vergleichbar:** Ohne Einbezug von Gebühren, Disagio oder Verrechnungsturnus ist der Sollzins allein kein geeigneter Maßstab für den Gesamtkredit-Kostenvergleich. - **Beispiel:** Ein Darlehen über 300.000 € zu 3,5 % Sollzins p.a. bedeutet im ersten Jahr 10.500 € Zinslast – unabhängig von weiteren Kosten. **Sollzinsbindung** bezeichnet die Zeitspanne, für die der Sollzins vereinbart ist (z. B. 10, 15 oder 20 Jahre). Nach Ablauf dieser Frist wird eine Anschlussfinanzierung zu dann aktuellen Konditionen notwendig. > **Praxis-Hinweis:** Vergleichen Sie Angebote niemals allein am Sollzins – dieser ist nur ein Teilwert der Gesamtkosten.