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Sanierungsfahrplan iSFP: Förderbonus und Praxisleitfaden für energetische Sanierung in Mainz und Rheinhessen

⏱ 6 Min Lesezeit · Veröffentlicht: 2026-05-10

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist seit 2020 das zentrale Planungsinstrument für schrittweise energetische Sanierungen im Gebäudebestand. Eigentümer in Mainz, Wiesbaden und Rheinhessen profitieren doppelt: Ein iSFP ermöglicht einen Förderbonus von 5 Prozentpunkten bei allen Einzelmaßnahmen nach BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) und sorgt gleichzeitig für eine strukturierte, kostenoptimierte Umsetzung über mehrere Jahre. Wer Dachsanierung, Fassadendämmung oder Fensteraustausch plant, sollte den iSFP-Bonus strategisch nutzen, um Förderquoten von bis zu 20 % statt 15 % zu realisieren (Stand 2026).

Dieser Leitfaden erklärt, wie Sie einen iSFP erstellen lassen, welche Kosten bei Energieberatern in Mainz anfallen, wie der Förderbonus mit KfW 261, KfW 458 und BAFA BEG EM kombiniert wird und welche Fehler die Förderung gefährden. Alle Angaben basieren auf den aktuellen Förderrichtlinien der KfW und des BAFA (Stand Januar 2026).

Was kostet ein individueller Sanierungsfahrplan und wie wird er gefördert?

Die Erstellung eines iSFP durch einen zertifizierten Energieberater kostet im Durchschnitt zwischen 1.000 und 2.000 Euro für ein Einfamilienhaus (Stand 2026). Bei größeren Mehrfamilienhäusern oder komplexen Bestandsgebäuden können die Honorare auf bis zu 3.500 Euro steigen. Entscheidend für den Preis sind die Gebäudegröße, der Aufwand für die Bestandsanalyse und die Anzahl der untersuchten Sanierungsvarianten.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert die Energieberatung mit bis zu 80 % der förderfähigen Kosten. Maximal werden für Ein- und Zweifamilienhäuser 1.300 Euro Zuschuss gewährt, für Wohngebäude ab drei Wohneinheiten bis zu 1.700 Euro. Die Antragstellung erfolgt über das BAFA-Portal vor Vertragsabschluss mit dem Energieberater.

GebäudetypDurchschnittliche KostenBAFA-Zuschuss (max.)Eigenanteil (ca.)
Einfamilienhaus1.000–2.000 €1.300 €400–700 €
Zweifamilienhaus1.500–2.500 €1.300 €700–1.200 €
Mehrfamilienhaus (ab 3 WE)2.000–3.500 €1.700 €900–1.800 €

Schritt-für-Schritt: So läuft die Erstellung eines Sanierungsfahrplans ab

Die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans folgt einem strukturierten Prozess, der in der Regel vier bis sechs Wochen in Anspruch nimmt. Zunächst vereinbaren Sie einen Termin mit einem beim BAFA zugelassenen Energieberater. Eine aktuelle Liste qualifizierter Experten finden Sie in der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes unter www.energie-effizienz-experten.de.

1. Vor-Ort-Begehung und Bestandsaufnahme

Der Energieberater nimmt das Gebäude vor Ort in Augenschein: Außenwände, Dach, Kellerdecke, Fenster, Heizung und Warmwasserbereitung werden dokumentiert. Baupläne, Energieabrechnungen der letzten drei Jahre und bisherige Sanierungsnachweise sollten bereitliegen. Mithilfe thermografischer Aufnahmen oder Blower-Door-Tests werden Schwachstellen identifiziert.

2. Energetische Bewertung und Variantenvergleich

Auf Basis der Daten erstellt der Berater eine Ist-Analyse (Primärenergiebedarf, U-Werte, Endenergieverbrauch) und simuliert verschiedene Sanierungsszenarien. Jede Variante zeigt Investitionskosten, CO₂-Einsparung, Amortisationszeit und mögliche Fördermittel. Dabei werden auch serielle Sanierungen (Komplettsanierung in einem Schritt) und stufenweise Maßnahmen über mehrere Jahre verglichen.

3. Übergabe des iSFP-Dokuments

Sie erhalten ein standardisiertes Dokument, das aus einem Kurzgutachten ("Mein Sanierungsfahrplan") für Sie als Eigentümer und einem technischen Detailbericht für Handwerker und Banken besteht. Beide Teile enthalten die BAFA-Registrierungsnummer des Beraters und sind 15 Jahre gültig für den iSFP-Bonus bei KfW-Förderprogrammen.

Häufige Fragen

Was kostet ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)?

Ein iSFP kostet im Durchschnitt 1.300 bis 1.900 Euro (netto), abhängig von der Größe und Komplexität des Gebäudes. Für Ein- und Zweifamilienhäuser liegen die Kosten meist bei 1.500 Euro.

Die BAFA-Förderung für Energieberatung Wohngebäude (BAFA Energieberatung Wohngebäude) übernimmt 80 % der förderfähigen Kosten, maximal 1.300 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser. Ihr Eigenanteil beträgt somit meist nur 200 bis 600 Euro.

Wie lange dauert die Erstellung eines Sanierungsfahrplans?

Von der Erstbegehung bis zur Übergabe des fertigen iSFP vergehen in der Regel 4 bis 8 Wochen. Die Dauer hängt von der Auslastung des Energieberaters und der Komplexität Ihres Gebäudes ab.

  1. Vor-Ort-Termin (2–3 Stunden): Der Energieeffizienz-Experte nimmt Gebäudedaten auf und dokumentiert Bauteile, Heizung und Anlagentechnik.
  2. Analyse und Berechnung (2–3 Wochen): Der Berater erstellt Energiebilanz, Maßnahmenkatalog und Wirtschaftlichkeitsberechnung.
  3. Erläuterungsgespräch (ca. 1 Stunde): Sie erhalten den fertigen iSFP und besprechen die empfohlenen Sanierungsschritte.
  4. BAFA-Registrierung: Der Berater meldet den iSFP in der BAFA-Datenbank an; dies ist Voraussetzung für den späteren iSFP-Bonus.
Welche Voraussetzungen muss mein Gebäude für einen iSFP erfüllen?

Der Bauantrag oder die Bauanzeige muss vor dem 1. Januar 2021 gestellt worden sein. Außerdem muss das Gebäude als Wohngebäude genutzt werden oder einen überwiegenden Wohnanteil (> 50 %) haben.

Folgende Gebäude sind förderfähig:

  • Ein- und Zweifamilienhäuser (auch Reihenhäuser)
  • Eigentumswohnungen in Mehrfamilienhäusern
  • Mehrfamilienhäuser mit mindestens drei Wohneinheiten (höherer BAFA-Zuschuss: bis 1.700 Euro)
  • Denkmalgeschützte Gebäude (Sonderregelungen bei Effizienzhaus Denkmal)
Wer darf einen individuellen Sanierungsfahrplan erstellen?

Nur zertifizierte Energieeffizienz-Experten mit BAFA-Zulassung dürfen einen förderfähigen iSFP erstellen. Diese Experten sind in der Energie-Effizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes gelistet.

Typische Qualifikationen sind Architekt, Bauingenieur, Energieberater (HWK) oder TGA-Planer mit Zusatzqualifikation nach DIN V 18599 oder EnEV/GEG. Die Expertenliste durchsuchen Sie kostenfrei auf energie-effizienz-experten.de.

Wann lohnt sich ein Sanierungsfahrplan finanziell?

Ein iSFP lohnt sich immer, wenn Sie in den nächsten 10 bis 15 Jahren eine oder mehrere energetische Maßnahmen planen – selbst bei Einzelmaßnahmen.

Finanzieller Vorteil: Der iSFP-Bonus erhöht die KfW-Förderung um 5 Prozentpunkte. Bei einer Dämmung der Gebäudehülle für 50.000 Euro (Fördersatz 15 % → 20 % mit iSFP-Bonus) erhalten Sie statt 7.500 Euro 10.000 Euro Zuschuss – also 2.500 Euro mehr. Abzüglich Ihres Eigenanteils für den iSFP (ca. 300 Euro) bleibt ein Netto-Gewinn von 2.200 Euro.

  • Vollsanierung zum Effizienzhaus: Der iSFP-Bonus erhöht die Förderung von z. B. 40 % auf 45 % (Effizienzhaus 55, Stand 2026). Bei Investitionskosten von 150.000 Euro sparen Sie durch den iSFP 7.500 Euro zusätzlich.
  • Einzelmaßnahmen: Auch bei einer neuen Wärmepumpe (KfW 458) steigt die Basisförderung durch den iSFP-Bonus von 30 % auf 35 %. Bei 30.000 Euro Investition sind das 1.500 Euro mehr Zuschuss.
  • Langfristplanung: Der iSFP bleibt 15 Jahre gültig. Sie können Maßnahmen schrittweise umsetzen und bei jeder Maßnahme den Bonus abrufen.

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