Grundlagen: Was ist eine Anschlussfinanzierung?
Eine Anschlussfinanzierung ist die Fortführung einer bestehenden Baufinanzierung nach Ablauf der ersten Zinsbindung. Typischerweise laufen die ersten Zinsbindungen über 10, 15 oder 20 Jahre; danach bleibt in den meisten Fällen eine Restschuld, die weiterfinanziert werden muss.
Drei Varianten der Anschlussfinanzierung:
- Prolongation – Verlängerung beim bestehenden Kreditgeber zu dessen Konditionen. Einfachster Weg, meist aber nicht die günstigste Option.
- Umschuldung – Wechsel zu einem neuen Kreditinstitut mit besseren Konditionen. Erfordert neuen Kreditvertrag und ggf. Grundschuldabtretung.
- Forward-Darlehen – Absicherung aktueller Zinsen für einen Zeitpunkt bis zu 66 Monate in der Zukunft. Kombiniert Zinssicherheit mit Vorlaufzeit, verursacht jedoch Forward-Aufschlag.
In Rheinhessen und im Rhein-Main-Raum liegt die durchschnittliche Restschuld nach 10 Jahren Zinsbindung bei mittleren Einfamilienhäusern zwischen 180.000 und 260.000 Euro – abhängig von ursprünglicher Darlehenssumme, Tilgungssatz und Sondertilgungen. Eine sorgfältige Vorbereitung 12 bis 36 Monate vor Zinsbindungsende kann mehrere zehntausend Euro Zinskosten über die Gesamtlaufzeit einsparen.